Ausschreibung14 minZurück zum Blog24. August 2026

    Hauptspediteur oder Multi-Carrier? Wie Daten die Vergabeentscheidung verbessern

    Ein Hauptspediteur oder mehrere Dienstleister? So lassen sich verschiedene Carrier-Zuordnungen anhand realer Sendungsdaten, Tarife und Forecasts miteinander vergleichen.

    Hauptspediteur oder Multi-Carrier? Wie Daten die Vergabeentscheidung verbessern

    Ein Hauptspediteur oder mehrere Transportdienstleister? Diese Frage wird in Unternehmen häufig grundsätzlich diskutiert. Für die Vergabe ist jedoch eine andere Frage wichtiger: Wie sollte das tatsächliche Sendungsportfolio auf die verfügbaren Spediteure verteilt werden?

    Denn ein Dienstleister kann auf bestimmten Relationen wirtschaftlich stark sein und auf anderen deutlich schlechter abschneiden. Gleichzeitig muss eine Multi-Carrier-Struktur nicht automatisch günstiger sein. Entscheidend ist, wie sich die verschiedenen Zuordnungen auf die Gesamtkosten des eigenen Transportprofils auswirken.

    ShipCheck ermöglicht deshalb, unterschiedliche Zuordnungsmodelle von Sendungen zu Spediteuren zu erstellen und miteinander zu vergleichen. Zusätzlich kann ein Best-Case-Vergabeszenario über Dienstleister und Relationen berechnet werden.

    Die relevante Frage lautet damit nicht: „Sind wir grundsätzlich für einen Hauptspediteur oder für Multi-Carrier?“ Sondern: „Welche Carrier-Struktur ergibt unter unseren Transportdaten und den angebotenen Tarifen das wirtschaftlich sinnvollste Ergebnis?“

    Hauptspediteur und Multi-Carrier sind zwei Vergabemodelle

    Bei einer konzentrierten Vergabe übernimmt ein Hauptspediteur einen großen Teil des Transportvolumens. Bei einer Multi-Carrier-Struktur werden Transporte auf mehrere Anbieter verteilt – beispielsweise nach:

    • Relation
    • Verkehrsträger
    • Sendungsstruktur
    • anderen Teilen des Transportnetzes

    Beide Modelle können sinnvoll sein. Aus Kostensicht sollte deshalb nicht vorab entschieden werden, welches Modell „richtig“ ist. Stattdessen können mehrere Varianten berechnet und miteinander verglichen werden.

    Die entscheidende Ebene ist die Zuordnung der Transporte

    Ein Angebotsvergleich zeigt zunächst, wie die einzelnen Spediteure auf verschiedenen Teilen des Transportnetzes abschneiden. ShipCheck schlüsselt Ausschreibungsergebnisse dafür nach Relationen, Verkehrsträgern und Kostenkomponenten auf. Mehr dazu im Beitrag Frachtausschreibung Software.

    Für die eigentliche Vergabe kommt jedoch eine weitere Frage hinzu: Welcher Anbieter soll welche Transporte erhalten? Genau hier unterscheiden sich verschiedene Vergabemodelle.

    Ein Modell könnte beispielsweise einen großen Teil des Volumens an einen Hauptspediteur vergeben. Ein anderes könnte bestimmte Relationen einem zweiten Anbieter zuordnen. Ein weiteres könnte das Netzwerk breiter auf mehrere Spediteure verteilen. ShipCheck ermöglicht, solche Zuordnungsmodelle miteinander zu vergleichen.

    Warum der günstigste Gesamtanbieter nicht automatisch die günstigste Vergabestruktur ergibt

    Ein Spediteur kann in einer Ausschreibung beim aggregierten Ergebnis vorne liegen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dieser Anbieter auf jeder relevanten Relation am günstigsten ist. Genau deshalb zeigt ShipCheck, wo einzelne Ausschreibungsteilnehmer nach Relation und Verkehrsträger stark oder schwach abschneiden. Wie ein solcher Vergleich aufgebaut wird, beschreibt der Beitrag Frachtangebote vergleichen.

    Für die Vergabe können daraus unterschiedliche Modelle entstehen. Zum Beispiel:

    • Modell A: Konzentration – ein Anbieter erhält einen sehr großen Teil des Transportvolumens.
    • Modell B: Hauptspediteur plus Ergänzung – der Hauptanbieter übernimmt den größten Teil, ausgewählte Relationen gehen an einen anderen Spediteur.
    • Modell C: breitere Multi-Carrier-Struktur – mehrere Anbieter übernehmen jeweils jene Teile des Netzes, auf denen sie wirtschaftlich besser abschneiden.

    Die relevante Frage ist anschließend: Was kostet jedes dieser Modelle auf Basis unserer tatsächlichen Sendungsdaten?

    Was ein Best-Case-Vergabeszenario zeigt

    Neben selbst definierten Zuordnungsmodellen erstellt ShipCheck auch ein Best-Case-Vergabeszenario. Dieses Szenario dient als rechnerischer Referenzpunkt. Es zeigt, wie Sendungen beziehungsweise Teile des Transportnetzes anhand der zugrunde gelegten Angebote möglichst günstig auf die verfügbaren Dienstleister verteilt werden könnten.

    Der Wert dieses Ergebnisses liegt nicht darin, automatisch die endgültige Vergabe vorzugeben. Es zeigt vielmehr: Wie groß ist der wirtschaftliche Abstand zwischen unserer bevorzugten Vergabestruktur und dem rechnerisch günstigsten Modell?

    Damit lässt sich beispielsweise vergleichen:

    • komplette Vergabe an einen Anbieter
    • Hauptspediteur plus weitere Anbieter
    • breitere Multi-Carrier-Struktur
    • rechnerisches Best-Case-Szenario

    Warum das günstigste rechnerische Modell nicht automatisch umgesetzt werden muss

    Eine Ausschreibungssoftware verbessert zunächst die quantitative Kostenbasis. Sie entscheidet nicht automatisch über alle Faktoren einer Vergabe. Das Best-Case-Szenario ist deshalb vor allem eine Referenz.

    Das Unternehmen kann beispielsweise feststellen: Eine breitere Verteilung wäre rechnerisch günstiger, der Unterschied gegenüber einer stärker konzentrierten Vergabe ist jedoch gering. Oder: Die komplette Vergabe an einen Hauptspediteur liegt deutlich über einer Kombination aus zwei oder drei Anbietern.

    Damit wird sichtbar, welchen wirtschaftlichen Preis unterschiedliche Vergabestrukturen haben. Die endgültige Entscheidung bleibt beim Unternehmen.

    Warum reale Sendungsdaten für Carrier Allocation entscheidend sind

    Die wirtschaftliche Bedeutung eines Tarifvorteils hängt davon ab, wie häufig die jeweilige Transportstruktur tatsächlich vorkommt. Ein Anbieter kann auf einer Relation besonders günstig sein. Wenn dort nur sehr wenige Transporte stattfinden, ist der Effekt auf die Gesamtkosten gering. Umgekehrt kann bereits ein kleiner Preisunterschied auf einer volumenstarken Relation einen relevanten Gesamteffekt haben.

    ShipCheck verwendet deshalb reale Transportdaten auf Sendungsebene für den Vergleich der Ausschreibungsangebote. Wie solche Daten aufbereitet werden, zeigt der Beitrag Speditionsrechnungen und Sendungsdaten automatisch auswerten.

    Die Berechnung fragt damit nicht nur: „Wer hat auf Relation X die günstigste Rate?“ Sondern: „Welchen Effekt hat diese Rate bei unserem tatsächlichen Transportvolumen?“

    Historische Daten sind die Basis – aber die Vergabe betrifft die Zukunft

    Eine Vergabeentscheidung wird für zukünftige Transporte getroffen. Das bisherige Sendungsprofil ist dafür eine wichtige Ausgangsbasis, muss aber nicht exakt dem kommenden Vertragszeitraum entsprechen. Verändern können sich beispielsweise:

    • Volumina
    • Relationen
    • Transportstrukturen
    • Spediteur-Mixe

    ShipCheck ermöglicht deshalb Was-wäre-wenn-Szenarien mit unterschiedlichen Volumen- und Routenkombinationen. Zusätzlich können Vertriebsforecasts berücksichtigt werden. Damit kann auch geprüft werden: Bleibt unsere bevorzugte Carrier-Struktur sinnvoll, wenn sich das Transportprofil verändert?

    Wie ein Forecast die beste Carrier-Zuordnung verändern kann

    Angenommen, eine Relation hatte im vergangenen Jahr nur einen kleinen Anteil am Gesamtvolumen. Für das kommende Jahr wird dort jedoch deutliches Wachstum erwartet. Ein Anbieter, der auf dieser Relation besonders günstig ist, hatte in der historischen Gesamtauswertung möglicherweise nur geringe Bedeutung. Mit dem zukünftigen Volumen kann sich das ändern.

    Genau deshalb ermöglicht ShipCheck, Vertriebsforecasts auf Ausschreibungsergebnisse anzuwenden und die angebotenen Tarife mit geplanten Mengen zu berechnen. Die Carrier Allocation kann damit gegen unterschiedliche Annahmen getestet werden.

    Multi-Carrier bedeutet nicht möglichst viele Spediteure

    Eine Multi-Carrier-Strategie sollte nicht mit maximaler Fragmentierung verwechselt werden. Die Frage lautet nicht: „Wie viele Anbieter können wir einsetzen?“ Sondern: „Welche Carrier-Struktur ergibt unter den gewählten Transportdaten und Tarifen das wirtschaftlich sinnvollste Ergebnis?“

    Das kann am Ende durchaus eine stark konzentrierte Struktur sein. Oder ein Hauptspediteur plus ein oder zwei zusätzliche Anbieter. Oder eine breitere Vergabe. ShipCheck legt diese Struktur nicht vorab fest, sondern ermöglicht den Vergleich verschiedener Zuordnungsmodelle.

    Drei Vergabemodelle, die miteinander verglichen werden können

    Für die Analyse kann es hilfreich sein, bewusst unterschiedliche Strukturen zu rechnen.

    1. Konzentrationsmodell

    Ein Hauptspediteur erhält den größten beziehungsweise gesamten betrachteten Anteil. Damit wird sichtbar, was eine stark vereinfachte Vergabestruktur kosten würde.

    2. Selektives Multi-Carrier-Modell

    Ein Hauptspediteur bleibt dominant, aber einzelne Relationen oder Transportbereiche werden anderen Anbietern zugeordnet. So lässt sich prüfen, wie viel wirtschaftlicher Vorteil durch gezielte Ausnahmen entsteht.

    3. Kostenoptimiertes Vergabemodell

    Sendungen beziehungsweise Relationen werden anhand der zugrunde gelegten Angebote möglichst günstig verteilt. Das Best-Case-Szenario von ShipCheck liefert dafür einen rechnerischen Referenzpunkt.

    Der Vergleich dieser Modelle zeigt wesentlich mehr als eine pauschale Diskussion über „Single Carrier vs. Multi-Carrier“. Er zeigt den Kostenunterschied zwischen konkreten Vergabeoptionen.

    Welche Fragen eine gute Carrier-Allocation-Analyse beantworten sollte

    Vor der Vergabe sollte eine datenbasierte Analyse zumindest folgende Fragen beantworten können.

    • Welche Anbieter sind auf welchen Relationen stark? ShipCheck kann Ausschreibungsergebnisse nach Relation und Verkehrsträger aufschlüsseln.
    • Wie relevant sind diese Relationen für unser tatsächliches Volumen? Dafür werden reale Sendungsdaten in die Berechnung einbezogen.
    • Was kostet eine konzentrierte Vergabe? Damit entsteht eine Referenz für das Hauptspediteur-Modell.
    • Was kosten alternative Carrier-Mixe? ShipCheck ermöglicht verschiedene Zuordnungsmodelle und deren Vergleich.
    • Wie sieht das rechnerische Best-Case-Szenario aus? Damit wird sichtbar, welches Ergebnis unter den zugrunde gelegten Tarifen theoretisch erreichbar wäre.
    • Wie verändern Forecasts die Vergabe? Veränderte Mengen oder Relationen können dazu führen, dass eine andere Carrier-Zuordnung wirtschaftlich besser abschneidet.

    Wie ShipCheck verschiedene Carrier-Strukturen berechnet

    Der Ablauf lässt sich vereinfacht in fünf Schritte gliedern.

    • 1. Reale Sendungsdaten bilden die Grundlage: Die tatsächliche Transportstruktur wird für den Angebotsvergleich verwendet.
    • 2. Ausschreibungsangebote werden auf diese Transporte angewendet: Dadurch wird sichtbar, wie die einzelnen Anbieter innerhalb des konkreten Transportnetzes abschneiden.
    • 3. Verschiedene Carrier-Zuordnungen werden aufgebaut: Sendungen beziehungsweise Teile des Transportnetzes können unterschiedlichen Dienstleistern zugeordnet werden.
    • 4. Die Vergabemodelle werden miteinander verglichen: Damit wird der Kostenunterschied zwischen konzentrierten und stärker verteilten Strukturen sichtbar.
    • 5. Forecasts und Szenarien können ergänzt werden: So lässt sich überprüfen, wie sich die Carrier-Struktur unter anderen zukünftigen Transportannahmen entwickelt.

    Damit wird aus der Frage „Hauptspediteur oder Multi-Carrier?“ eine konkrete Berechnung verschiedener Vergabemodelle.

    Fazit: Nicht die Anzahl der Spediteure sollte zuerst entschieden werden

    Ein Hauptspediteur kann wirtschaftlich sinnvoll sein. Eine Multi-Carrier-Struktur ebenfalls. Die bessere Vergabe lässt sich aber nicht aus einer allgemeinen Regel ableiten. Entscheidend sind:

    • die tatsächlichen Sendungsdaten
    • die angebotenen Tarife
    • die Unterschiede zwischen Relationen
    • die möglichen Carrier-Zuordnungen
    • zukünftige Veränderungen des Transportprofils

    ShipCheck ermöglicht, unterschiedliche Vergabemodelle miteinander zu vergleichen und zusätzlich ein rechnerisches Best-Case-Szenario zu erstellen. Damit sollte die Entscheidung nicht mit der Frage beginnen: „Wie viele Spediteure wollen wir?“ Sondern: „Was kosten die verschiedenen Carrier-Strukturen für unser tatsächliches und erwartetes Transportprofil?“

    Häufige Fragen

    Was ist ein Hauptspediteur?

    Ein Hauptspediteur übernimmt einen großen Teil oder das gesamte betrachtete Transportvolumen eines Unternehmens. Dadurch entsteht eine stärker konzentrierte Vergabestruktur.

    Was bedeutet Multi-Carrier?

    Bei einer Multi-Carrier-Struktur werden Transporte auf mehrere Spediteure verteilt, beispielsweise nach Relationen, Verkehrsträgern oder anderen Teilen des Transportprofils.

    Ist ein Hauptspediteur grundsätzlich günstiger?

    Nein, das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist, wie eine konzentrierte Vergabe im Vergleich zu alternativen Carrier-Zuordnungen auf Basis der tatsächlichen Transportdaten abschneidet.

    Ist eine Multi-Carrier-Strategie grundsätzlich günstiger?

    Nein. Auch eine Multi-Carrier-Struktur muss anhand der tatsächlichen Sendungsdaten und angebotenen Tarife berechnet werden.

    Was ist Carrier Allocation?

    Carrier Allocation bezeichnet die Zuordnung von Transporten beziehungsweise Teilen des Transportvolumens zu unterschiedlichen Dienstleistern.

    Wie kann man verschiedene Carrier-Zuordnungen vergleichen?

    ShipCheck ermöglicht unterschiedliche Zuordnungsmodelle für Sendungen an Spediteure und den Vergleich mehrerer Optionen über Dienstleister und Relationen hinweg.

    Was ist ein Best-Case-Vergabeszenario?

    Das Best-Case-Szenario ist ein rechnerischer Referenzfall, der zeigt, wie Sendungen beziehungsweise Relationen unter den zugrunde gelegten Angeboten besonders günstig auf die verfügbaren Anbieter verteilt werden könnten.

    Muss das Best-Case-Szenario genauso umgesetzt werden?

    Nein. Es liefert eine quantitative Referenz. Die endgültige Vergabeentscheidung bleibt beim Unternehmen.

    Warum sind reale Sendungsdaten für die Vergabe wichtig?

    Weil ein Tarifvorteil nur dann wirtschaftlich relevant ist, wenn die entsprechende Relation oder Sendungsstruktur tatsächlich in relevantem Umfang vorkommt. ShipCheck nutzt deshalb reale Transportdaten auf Sendungsebene.

    Können zukünftige Mengen bei der Carrier Allocation berücksichtigt werden?

    Ja. ShipCheck kann Vertriebsforecasts sowie unterschiedliche Volumen- und Routenszenarien in die Ausschreibungsanalyse einbeziehen.